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Ihr Norbert Ricking

70 Argumente gegen Atomenergie

Die Zukunft gehört den Erneuerbaren Energien

Argumente zu den Kosten

1. Atomstrom ist für die Betreiber der Atomkraftwerke (AKW) günstig, weil die AKW abgeschrieben sind und der Steuerzahler die Atomenergie mit (je nach Schätzung) 45 bis 100 Milliarden Euro subventioniert hat. Die Bürgerinnen und Bürger profitieren aber nicht von den günstigen Produktionskosten für Atomstrom. Es erhöhen sich lediglich die Gewinne (bis zu 300 Millionen Euro pro AKW und Jahr) der vier großen Energiekonzerne.

  • In Baden-Württemberg, dem Bundesland mit dem höchsten Atomstromanteil (ca. 55 Prozent), ist der Strompreis nicht niedriger als in anderen Regionen Deutschlands.
  • Obwohl Deutschlands größter AKW-Betreiber e.on 2007 einen Überschuss von 5,1 Milliarden Euro erzielt hat, erhöhte das Unternehmen die Strompreise zum 1. Januar 2008 um bis zu 10 Prozent.

2. Die CDU/CSU- Bundestagsfraktion möchte die Stromverbraucher entlasten, indem sie die AKW- Laufzeiten um mindestens 15 Jahre verlängert. Die vier großen Energiekonzerne sollen im Gegenzug 40 der auf 75 bis 90 Milliarden Euro geschätzten Zusatzgewinne in einen Fonds zur Entlastung der Stromkunden einzahlen. Nur haben weder die Kraftwerksbetreiber diesem Vorgehen zugestimmt, noch dürfte das Aktienrecht einen freiwilligen Gewinnverzicht zulassen. Selbst wenn sich die Träume der Union von den selbstlosen Energieunternehmen tatsächlich erfüllen sollten, entspräche die durchschnittliche Kostensenkung für einen Haushalt nach Angaben der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ca. 8,75 Euro pro Jahr. Dies hegt selbst unter der jährlichen Einsparung, die man mit dem Einsatz einer einzigen Energiesparlampe erreichen kann (zwischen 10,80 Euro und 14,40 Euro).

3. Die öffentliche Hand bleibt auf einem großen Teil der nicht abschätzbaren Folgekosten der Atomenergie sitzen: Kosten für die Atomaufsicht, gescheiterte und aufgegebene Projekte (bisher ca. 9 Milliarden Euro), die atomaren Hinterlassenschaften der DDR (mind. 12 Milliarden Euro) und die Deckung der Restrisiken. Allein die Mehrkosten für den Rückbau der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe (WAK) belaufen sich auf ca. 1 Milliarde Euro.

4. Durch die Endlagersuche entstehen dem deutschen Steuerzahler Kosten:

  • Endlagerforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi): 608 Millionen Euro (von 1973 bis 2005)
  • "Asse II": 850 Millionen Euro (bis zum Jahr 2017 vorgesehen)
  • "Schacht Konrad": ca. 1,8 Milliarden Euro bis zur Inbetriebnahme (davon öffentliche Hand: 33,6 Prozent)
  • Gorleben: 1,5 Milliarden Euro (von 1977 bis 2007, davon öffentliche Hand: 11,52 Prozent)

5. Durch Castortransporte entstehen dem deutschen Steuerzahler Kosten: Die deutsche Atomwirtschaft wird nicht an den Einsatzkosten der Polizei oder anderer Hilfsorganisationen beteiligt. Allein dem Land Niedersachsen sind durch die Transporte laut Landesrechnungshof zwischen 1996 und 2004 Kosten von 218 Millionen Euro entstanden. Insgesamt erwarten den Steuerzahler Kosten in Milliardenhöhe. Bei längerer Laufzeit müsste noch mehr Atommüll transportiert werden, d. h. noch mehr Kosten fielen an.

6. Kernbrennstoffe werden im Gegensatz zu anderen Energieträgern wie ÖI, Gas und Kohle nicht besteuert. Dies wären z. B. im Jahr 2005 zusätzliche Einnahmen in Höhe von 1,63 Milliarden Euro gewesen, wenn man eine Besteuerung von nur einem Cent/kWh ansetzt.

7. Die beliebig verwendbaren steuerfreien Rückstellungen in Höhe von derzeit rund 26 Milliarden Euro stellen ein jahrzehntelanges zinsloses Darlehen für die AKW- Betreiber dar, welches z. B. für die Übernahme von Wettbewerbern eingesetzt wird. Dies verstärkt den ohnehin bestehenden Konzentrationsprozess in der Stromwirtschaft, welcher u. a. ein Grund für die enormen Strompreissteigerungen ist. Dieses Steuerprivileg beläuft sich laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) auf mindestens 175 Millionen Euro im Jahr.

8. Dadurch, dass Rückstellungen beliebig verwendbar sind, ist es nicht auszuschließen, dass diese durch Kurs- oder Konkursrisiken zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme nicht mehr zur Verfügung stehen und gegebenenfalls die öffentliche Hand die Kosten für Rückbau und Endlagerung tragen muss.

9. Durch die gesetzlich festgelegte niedrige Deckungsvorsorge der AKW- Betreiber pro Schadensfall (nicht pro Reaktor!) von 2,5 Milliarden Euro werden diese von den wirklichen Haftungsrisiken quasi freigestellt. Das Restrisiko liegt beim Steuerzahler. Eine alle Risiken abdeckende Haftpflicht würde zur Unwirtschaftlichkeit der Atomkraftwerke führen.

10. Der GAU von Tschernobyl hat auch für Deutschland hohe Kosten verursacht:

  • Sanierung der Stahl-/ Betonummantelung um den Reaktorblock: mindestens 87,5 Millionen Euro
  • Hilfe des Bundes für die heimische Landwirtschaft wegen unmittelbarer Folgen des Unfalls: 238 Millionen Euro.

11. Durch internationale Verpflichtungen im Bereich Atomenergie entstehen dem deutschen Steuerzahler Kosten.
Beispiele:

  • Deutscher Internationale Atomenergieorganisation (IAEO)-Mitgliedsbeitrag 1957-2008: 665 Millionen Euro
  • Deutscher Anteil an EURATOM 2008:73 Millionen Euro

Sehen Sie sich auch den Film des NDR "Die Atomlüge" an!

 

 

 

 

 

 

 

 

Argumente zu Sicherheit und Gesundheit

12. Die Reaktoren wurden für eine Laufzeit von 25, nicht 40 oder 60 Jahren konzipiert. Die Sicherheit des Anlagenbetriebs nimmt mit längerer Laufzeit ab, denn auch Reaktoren altern (Korrosion, Risse an der Oberfläche oder an Schweißnähten im Reaktordruckbehälter, Materialermüdung).
Mit zunehmenden Reparaturen und Nachrüstungen verlängern sich die Ausfallzeiten, die sichere Leistung sinkt.

13. Die Aussage, alte Atomkraftwerke seien genauso sicher wie neue, ist falsch. Alte AKW sind trotz aller Nachrüstungen allein aufgrund der Baukonstruktion (keine Kuppelform, unterschiedliche Wanddichten der Reaktordruckbehälter etc.) weniger sicher als neuere. Deshalb ist der Vorschlag der Betreiber, ausgerechnet die älteren Atomkraftwerke länger laufen zu lassen und dafür die neueren früher abzuschalten, verantwortungslos.

14. Menschliches Versagen kann nirgendwo gänzlich ausgeschlossen werden. Routinenachlässigkeiten im Umgang mit Atomtechnologie können aberfatale Folgen haben.

15. Auch neue Atomreaktoren sind nicht so sicher, wie von den Herstellern behauptet. Dass beim Europäischen Druckwasserreaktor (European Pressurised Reactor - EPR) die Unfallfolgen auf das Innere des Reaktors beschränkt bleiben, wird von Atomkraftgegnern bezweifelt. Beim finnischen EPR- Reaktor- neubau Olkiluoto 3 konnte Greenpeace 700 eingebaute Sicherheitsmängel in einem dreiviertel Jahr Bauzeit finden. Selbst die finnische Strahlenschutzbehörde hat eingeräumt, dass der gesamte AKW- Neubau viel schwerer sei, als anfänglich geglaubt.

16. Die Betreiber verzögern (wie z. B. in Brunsbüttel) Sicherheitsuntersuchungen, da sie sehr wohl wissen, dass sicherheitstechnische Nachrüstungen nötig sind. Wirtschaftlicher Gewinn der Unternehmen geht also vor Sicherheitsgewinn für die Bevölkerung.

17. Unabhängigen Gutachtern wird kein Zugang zu Atomkraftwerken gewährt. Obwohl die Bevölkerung ein Recht auf Transparenz bei Sicherheitsbelangen von AKW hat, werden Sicherheitsfragen von den Betreibern als Geschäftsgeheimnis deklariert. Warum verhindern die Betreiber den Zugang, wenn sie der Überzeugung sind, dass ihre AKW sicher seien?

18. Die Zahl der Mitarbeiter in AKW bzw. Energieversorgungsunternehmen sowie der Wissenschaftler im Bereich AKW- Sicherheit ist seit den Boomzeiten in den 70er Jahren stark gesunken. Es werden immer häufiger unzureichend ausgebildete Zeitarbeiter beschäftigt.

19. Stetige Vorfälle und Sicherheitslücken zeigen, dass deutsche AKW keinesfalls störungsfrei und zuverlässig laufen. Brunsbüttel und Krümme) sind Beispiele hierfür.

20. Auch in anderen westlichen Ländern, in denen behauptet wird, man habe die sicherste Technologie der Welt, und deren Atomkraftwerke mit den deutschen vergleichbar sind, kommt es zu erheblichen Zwischenfällen. Die Liste ist lang. Hier nur drei Beispiele:

  • In Großbritannien lief 2007 zeitweise nur ein AKW einwandfrei.
  • In Schweden kam es 2007 im AKW Forsmark zu einem ernsten Störfall.
  • Im französischen AKW Tricastin entwich im Sommer 2008 radioaktive Flüssigkeit.

21. Es gab bisher keinen ausreichenden internationalen Informationsaustausch zwischen den Betreibern und den Herstellern von Atomkraftwerken. So war beispielsweise ein Teil der Sicherheitsprobleme im schwedischen AKW Forsmark bereits in einem finnischen Atomkraftwerk erkannt und beseitigt worden. Die Information darüber war aber nicht bei den Betreibern anderer europäischer Atomkraftwerke angekommen.

22. Es gibt keine andere Technologie mit einem vergleichbaren Gefährdungspotenzial wie die Atomenergie. Kommt es einmal zu einem GAU in einem Atomkraftwerk, sprengt das Ausmaß der Zerstörungen und Folgen jeden Vergleich. Auch wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit gering ist, so kann der Schadensfall nicht ausgeschlossen werden. Radioaktive Strahlung macht nicht an nationalen Grenzen Halt.

23. Mit jedem zusätzlichen AKW und mit jedem zusätzlichen Jahr Betriebszeit erhöht sich die relative Wahrscheinlichkeit eines GAUS.

24. Tschernobyl dokumentiert, welche Folgen ein GAU hat:

  • In der Ukraine leiden noch immer 2,4 Millionen Menschen an den Folgeschäden.
  • 40 Prozent der Wälder dort sind verseucht.
  • Die Zahl der Todesopfer ist bis heute umstritten. Genannt werden zwischen 4.000 (Internationale Atomenergieorganisation) und 100.000 Todesopfern (Internationale Ärzte für die Verh ütung des Atomkrieges).
  • Krebserkrankungen bei Kindern sind in den betroffenen Gebieten massiv gestiegen.
  • Der volkswirtschaftliche Schaden beträgt mehrere hundert Milliarden US-Dollar.

25. Ein GAU im dicht besiedelten Deutschland bzw. West- Europa würde tragische menschliche Folgen haben. Große Teile des Landes wären nicht mehr bewohnbar. Zudem wäre der volkswirtschaftliche Schaden verheerend.

26. Neben den genannten Schäden sind auch die psychischen Folgen nicht zu unterschätzen, welche sich durch die Möglichkeit späterer strahlungsbedingter Erkrankungen, durch Einbußen wirtschaftlicher Existenzgrundlagen oder durch die Umsiedlung aus den kontaminierten Gebieten in andere Regionen ergeben. In der wenig dicht besiedelten Ukraine wurden immerhin mehr als 300.000 Menschen umgesiedelt.

27. Die epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken kommt zu dem Ergebnis, dass das Risikofür Kinder unter fünf Jahren an Leukämie zu erkranken zunimmt, je näher ihr Wohnort an einem Atomkraftwerk- Standort liegt. Ob die erhöhte Zahl an Leukämieerkrankungen tatsächlich auf die Atomkraftwerke zurückzuführen ist, kann nach derzeitigem Wissensstand noch nicht endgültig geklärt werden. Das Ergebnis gibt auf jeden Fall Anlass zur Sorge.

28. Nach Ansicht des Bundesinnenministeriums hat sich die Wahrscheinlichkeit eines Flugzeugabsturzes auf ein AKW deutlich erhöht. Man kann seit dem 11. September 2001 nicht mehr - wie in den 70ern und 80ern - von einem zu vernachlässigenden Restrisiko sprechen.

29. Eine Studie der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) kommt zu dem Ergebnis, dass keines der deutschen AKW hundertprozentigen Schutz vor Terrorangriffen aus der Luft bietet. Zehn Atomkraftwerke würden bei einem Kamikazeangriff schwere Schäden bis zu einer Kernschmelze davontragen. Auch bei den sieben moderneren Druckwasser- Reaktoren, deren Betonhüllen dem Flugzeugaufprall wahrscheinlich standhalten würden, wären die Folgen im Inneren der Anlage durch die Erschütterungen nicht absehbar. Potenzielle terroristische Anschlagsziele stellen auch die derzeit oberirdisch auf dem Gelände derjeweiligen Atomkraftwerke „gelagerten" und lediglich durch einen Spezialbehälter geschützten abgebrannten Brennelemente dar.

30. Es kann bisher nicht nachgewiesen werden, dass wenigstens der neueste Atomkraftwerkstyp EPR (European Pressurised Reactor) einem Terrorangriff aus der Luft standhält.

31. Die Betreiber haben bisher kein schlüssiges Sicherheitskonzept gegen Terrorangriffe aus der Luft vorgelegt. Eine Vernebelung der Anlagen allein ist nicht ausreichend, da sie nur für kurze Zeit möglich ist und mit moderner Navigationstechnik (GPS etc.) unterlaufen werden kann. Das Bundesverfassungsgericht hat zudem den Abschuss von entführten Verkehrsflugzeugen untersagt.

32. Atomenergie deckt nur einen Anteil von ca. 2,5 Prozent des weltweiten Endenergieverbrauchs. Wollte man mit Atomenergie einen nennenswerten Beitrag zur weltweiten Energieversorgung leisten, müsste man mehr als tausend AKW bauen, davon etliche in Ländern, die definitiv als politisch unzuverlässig oder instabil gelten.

33. Die Hochrisikotechnologie Atomenergie bedarf einer reibungslos funktionierenden Atomaufsicht. Durch ausgeprägte Obrigkeitshörigkeit und Korruption besteht in Staaten mit autoritären Regimen daher ein sehr hohes Sicherheitsrisiko. Nicht eingestandene Konstruktionsfehler oder aus politischer Gefälligkeit verschlampte Kontrollen können Tausende das Leben und die Gesundheit kosten. Es fehlen unabhängige Institutionen, die die Atomkraftwerksbetreiber kontrollieren. Niemand wird in einem Land Sicherheitsbedenken anmelden, in dem die politische Führung Atomenergie zur Prestigefrage gemacht hat. Man kann diese Staaten nicht von der Atomenergienutzung abhalten, wenn man sie selbst vorantreibt.

34. Die sogenannte friedliche Nutzung der Atomenergie schafft eine für militärische Zwecke nutzbare Infrastruktur. Verschiedene Länder haben zivile Atom- Programme angekündigt. Es ist kaum zu beurteilen, welcher Staat langfristig verantwortlich mit der Hochrisikotechnologie umgeht. Dass Atomtechnologie in falsche Hände geraten kann, beweist der Fall Abdul Qadeer Khan. Der „Vater der islamischen Atombombe" hat inzwischen eingeräumt, in den vergangenen 15 Jahren Iran, Nordkorea und Libyen mit Zeichnungen und Anlagen für den Atombombenbau versorgt zu haben. Ausgebildet wurde er u. a. in Deutschland und Belgien und kam in den Niederlanden mit der Technik der Urananreicherung in Berührung.

35. Mit einem Ausbau der Atomenergie steigt durch die zunehmende Menge an kursierendem nuklearem Material auch das Missbrauchsrisiko. Allein für 2005 sind 103 Fälle von illegalem Handel mit atomarem Material dokumentiert. Wissenschaftler der Technischen Universität Darmstadt haben festgestellt, dass Uran deutlich leichter und schneller als bisher gedacht, so angereichert werden kann, dass es zum Bau von Atombomben zu gebrauchen ist.

36. Bei der Wiederaufbereitung entstehen große Mengen hochgiftigen Plutoniums, mit dem Atombomben gebaut werden können. Es besteht die Gefahr, dass dieses Plutonium in die falschen Hände gerät. Ein Bericht der Projektgruppe International MOX Assessment (IMA) stellt fest, dass ein Laie für die Herstellung eines „schmutzigen" Atomsprengsatzes mit reaktorgeeignetem Plutonium nicht mehr Spezialisierung benötigt als für den Bau einer Bombe mit waffengeeignetem Plutonium. Anleitungen findet man im Internet.

37. Die weltweit größte Studie über Uranbergarbeiter des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) kommt auf ca. 7.000 erwartete radoninduzierte tödliche Lungenkrebsfälle bei etwa 59.000 erfassten Bergarbeitern.

38. Wiederaufbereitung verschmutzt die Weltmeere. 1997 maß Greenpeace am Abflussrohr der Wiederaufbereitungsanlage in La Hague eine 17 Millionen Mal höhere Radioaktivität als in unbelasteten Gewässern.

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Argumente zum Atommüll

39. Die Endlagerfrage ist bisher weltweit ungelöst: In keinem der 31 Staaten, die Atomenergie nutzen, ist ein Endlager für hochradioaktiven Abfall aus Atomkraftwerken in Betrieb.

40. Endlagerung wird niemals völlig sicher sein. Das zeigen massive Probleme im Atommüllendlager Morsleben und aktuell in der Schachtanlage Asse II. Im ehemaligen Endlager- Forschungsbergwerk Asse traten seit 2005 77.000 Liter radioaktiv kontaminierte Lauge aus, die ohne ausreichende Genehmigung entsorgt wurde. Die Sanierung des Bergwerks, welches entgegen der ursprünglichen Versprechungen weder standsicher noch trocken ist, wird immer teurer.

41. Die Halbwertzeit von Uran- 238, das den größten Anteil in einem abgebrannten Brennstab ausmacht, beträgt 4,4 Milliarden Jahre. Über so lange Zeiträume sind Veränderungen in der Erdkruste nicht mehr sicher prognostizierbar. So kam es in einem Zeitraum von 10 bis 50 Millionen Jahren in der Vergangenheit zur Entstehung der Alpen und des Oberrheintalgrabens sowie zur Erweiterung des Atlantiks. Wer garantiert die Sicherheit der Endlagerstätten über einen so langen Zeitraum? Kein Mensch kann vorhersehen, was in den nächsten 10.000 Jahren passieren wird.

42. Niemand kann haftbar gemacht werden, wenn die Endlagerstätten sich weniger sicher erweisen als ursprünglich angenommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer der Verantwortlichen dann noch lebt, ist äußerst gering.

43. Unter Berücksichtigung des Atomausstiegs werden allein in Deutschland im Jahr 2040 ca. 277.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle sowie 29.000 Kubikmeter an hochradioaktiven Abfällen (entspricht ca. 17.200 Tonnen Schwermetall) angefallen sein. Mit jeder Stunde fortlaufenden Betriebs wächst die Menge an radioaktivem Müll. Eine Laufzeitverlängerung um zehn Jahre würde bis zu 4.500 Tonnen hochradioaktiven und ca. 8.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiven Abfall zusätzlich bedeuten.

44. Der spaltbare Anteil bei Natururan beträgt nur 0,7 Prozent. Dieser geringe Anteil muss erhöht (angereichert) werden, um den Reaktor betreiben zu können. Der überwiegende Anteil des Urans, nämlich mehr als 80 Prozent, wird bereits bei der Anreicherung Abfall.

45. Der Gehalt an Uran in natürlichem Gestein beträgt in aktiven Minen zwischen 0,1 und 5 Prozent, so dass für die Gewinnung des Natururans riesige Mengen an Erz gefördert werden. Entsprechend große Mengen an radioaktiv kontaminiertem Abraum und Aufbereitungsrückständen („Tailings") fallen an, müssen von Menschen ferngehalten werden, belasten auf Dauer das Grundwasser und geben radioaktives Radongas ab. Beim Ausbau der Atomenergie müssten Uranvorkommen mit geringerem Urangehalt ausgebeutet werden. Die Abraumhalden würden noch stärker zunehmen.

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Argumente zur Versorgungssicherheit

46. Deutschland muss 100 Prozent des benötigten Urans importieren. Die Erneuerbaren Energien sind die einzigen Energieträger, bei denen Deutschland vollständig unabhängig von Importen ist und die gleichzeitig den Klimaschutz sichern.

47. Uran ist ein seltener Rohstoff, dessen Reichweite ebenso begrenzt ist wie die von 01 und Gas. Zwischen 2000 und Juni 2008 ist der Weltmarktpreis von Uran auf das 2o- fache gestiegen. Je mehr die Atomstromerzeugung ansteigt, umso früher erschöpfen sich die Uranvorkommen. Die Atomenergie bietet also keine langfristige Perspektive zur Energieversorgung. Die Erneuerbaren Energien sind dagegen unerschöpflich. Deren heute technisch nutzbares Potenzial übertrifft den derzeitigen weltweiten Energiebedarf um ein Vielfaches.

48. Ein Drittel des derzeit benötigten Urans stammt aus Lagerbeständen (Konversion von Atomwaffen). Diese werden in den kommenden Jahren aufgebraucht sein. Die beim Ausbau der Atomenergie erforderliche Ausweitung der weltweiten Uranförderung z. B. durch die Ausbeutung schwer zugänglicher Lagerstätten ist nicht nur sehr teuer, sondern auch mit einem erheblichen Energiebedarf und großen Umweltschäden verbunden.

49. Generell führt der Klimawandel zu einer Zunahme extremer Klimaereignisse. Die Atomlobby verschweigt gerne, dass auch Atomkraftwerke nicht unabhängig von Umwelteinflüssen sind. Bei Wassermangel, zu hoher Wassertemperatur in den Flüssen oder im Fall von Überschwemmungen müssen sie ihre Leistung drosseln oder ganz abgeschaltet werden. Dann müssen sehr schnell große Produktionskapazitäten ersetzt werden. Gleiches gilt bei den sich häufenden Abschaltungen durch Sicherheitsmängel. Fallen z. B. in Atomkraftwerken in Frankreich, Europas größtem Stromexporteur, ein paar tausend Megawatt Kraftwerksleistung aus, ist die Versorgungssicherheit in Europa ernsthaft gefährdet. Stromausfälle sind dann nicht mehr auszuschließen.

50. Durch das hohe Sicherheitsrisiko bei einer Panne oder einem Defekt müssen Atomkraftwerke bei Störfallen teilweise sehr lange vom Netz genommen werden. Häufen sich solche Vorfälle, d. h. mehrere AKW müssen abgeschaltet werden, so sorgen AKW nicht für Versorgungssicherheit, sondern gefährden diese.

51. Neue Atomkraftwerke wie der EPR (European Pressurised Reactor) in Finnland haben eine Leistung von 1.800 MW und mehr. Fällt so eine Anlage aus, muss innerhalb von Sekunden Ersatz geschaffen werden. Ohne ausreichende Reserveleistung kann das Netz instabil werden und ausfallen.

52. Bei einem weiteren GAU kann sich die Stimmung in der Bevölkerung so extrem gegen Atomkraft wenden, dass ein schnelleres Abschalten als bisher vorgesehen nötig wird. Dadurch kann es zu Versorgungsengpässen kommen. Ein gezieltes Abschalten und die rechtzeitige Vorsorge durch Stromeinsparung und Ersatzkraftwerke sind empfehlenswert.
Wie man sich irren kann ...
Noch am 22. Juni 1990 behauptete der Informationskreis Kernenergie in einer Anzeige in der Wochenzeitung DIE ZEIT, dass auf Grund der klimatischen Bedingungen in Deutschland Windenergie keinen wesentlichen Beitrag zur Stromerzeugung leisten kann. Dort heißt es:
„Die Dänen sind europäischer Spit- scher- Bedingungen nicht möglich.
Spitzenreiter bei der Nutzung der Wind Am gesamten Stromverbrauch energie: 1988 wurde in Dänemark deckte die Windenergie 1989 nur fast jede hundertste Kilowattsunde einen Anteil von 0,03 Prozent ab. aus Wind erzeugt- - das entspricht Wir sind daher auch weiterhin auf einem Anteil von 0,9 Prozent am andere umweltfreundliche Formen gesamten Stromverbrauch. Eine der Stromerzeugung angewiesen, vergleichbar intensive Nutzung wie zum Beispiel die Kernenergie, der Windkraft ist in der Bundes- deren Anteil derzeit bei 4o Prozent republik wegen anderer klimati- der Stromproduktion biegt!

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Argumente zum Klimaschutz

53. Die Klima- Enquetekommission des Bundestages kam schon Anfang der 1990er Jahre einstimmig zu dem Ergebnis, dass die Atomkraft keinen Beitrag zur Lösung des Klimaproblems leisten kann.

54. Der Bau von Atomkraftwerken, Wiederaufbereitungsanlagen und Endlagerstätten ist mit CO2- Emissionen verbunden.

55. Die Erschließung, der Abbau, Transport und Veredelungsprozess von Uran sowie die Aufbereitung der Brennstäbe verursachen erhebliche Mengen klimaschädlicher Gase.

56. Beim langwierigen, komplizierten Prozess des Rückbaus von Atomanlagen sowie bei der Suche, Erschließung, Nutzung und jahrhundertelangen Sicherung eines Endlagers wird CO, freigesetzt.

57. Da bei Atomkraftwerken die Abwärme ungenutzt bleibt, ist der Wirkungsgrad mit ca. 35 Prozent sehr viel geringer als bei Kraftwerken mit Kraft- Warme- Kopplung (ca. 90 Prozent). Die benötigte Wärme im Bereich Heizung und Warmwasser muss anderweitig erzeugt werden, was mit zusätzlichen Kohlendioxidemissionen verbunden ist. Die Klimabilanz eines Erdgas- Blockheizkraftwerks ist daher, laut einer aktuellen Studie des Ökoinstituts, ähnlich gut wie bei einem AKW, wenn man die zusätzlich nötige Wärmeerzeugung auf Öl- oder Gasbasis berücksichtigt. Dabei umfasst die Studie beispielsweise nicht einmal die durch die Endlagerung verursachten Emissionen.

58. Die Atomkraftwerksbetreiber fordern aus Klimaschutzgründen den Ausstieg aus dem Atomausstieg, setzen aber gleichzeitig massiv auf die klimaschädlichste Form der Energieerzeugung: Braunkohle.

59. International betrachtet fehlt der Atomkraft das nötige Potenzial, um als Lösung für den Klimaschutz in Frage zu kommen. Die Atomkraft deckt weltweit nur einen Anteil von ca. 2,5 Prozent des Endenergieverbrauchs, während Erneuerbare Energien bereits auf einen Anteil von 20 Prozent kommen. Um den Anteil der Atomenergie auf bescheidene 6 Prozent bis 2030 zu erhöhen, müssten, nach Untersuchungen des Österreichischen Ökologie Instituts, 1.200 große AKW mitje 1.000 MW Leistung gebaut werden. 20 Jahre lang müssten also jährlich 6o neue AKW in Betrieb gehen. Das ist doppelt soviel wie jemals pro Jahr gebaut wurde. Der Uranbedarf würde von 70.000 Tonnen Uran jährlich auf ca. 210.000 Tonnen steigen. Im Jahr 2030 wären dann bereits 4 Millionen Tonnen Uran verbraucht. Das sind in etwa die gesamten heute bekannten Uranvorräte. Zudem wäre ein solcher Ausbau viel zu teuer.

60. Die zentralistische Struktur der Atomenergie verhindert den Umbau der Energieversorgungsstruktur hin zu klimafreundlichen, dezentralen Einheiten. Die schwer regelbare Atomkraft erschwert den dynamischen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Heute getroffene falsche Investitionsentscheidungen binden langfristig Kapital, das dann für Investitionen in Erneuerbare Energien und Energieeffizienz fehlt. Durch Laufzeitverlängerungen wird die dringend notwendige Modernisierung der Energieversorgung verzögert.
Erneuerbare Energien leisten mehr zum Endenergieverbrauch als Atomkraft.

61. Mehrere neue Studien, z. B. das EWI/Prognos- Gutachten zum Energiegipfel 2007 oder die Leitstudie 2008 des Bundesumweltministeriums belegen, dass bis zum Jahr 2020 sowohl der Atomausstieg als auch eine Reduzierung des CO2- Ausstoßes um 40 Prozent realisierbar sind.

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Argumente zur Wirtschaftlichkeit

62. Es gibt keine Renaissance derAtomenergie. In den letzten zwei Jahrzehnten sind deutlich mehr Atomkraftwerke vom Netz gegangen als neue hinzugekommen. 2008 wurde erstmals seit 42 Jahren kein einziger neuer Reaktor in Betrieb genommen. Insgesamt produzieren vergleichsweise wenige Länder Atomstrom, wogegen es einen weltweiten Boom bei den Erneuerbaren Energien gibt, bei denen Deutschland Weltmarktführer ist. So wurde 2007 weltweit zehnmal mehr Windkraft- (20.100 MW) als Atomkraftwerksleistung (1.900 MW) neu ans Netz gebracht. Das Erneuerbare- Energien- Gesetz hat sich zum Exportschlager entwickelt. Mittlerweile gibt es mehr Staaten mit einem solchen oder ähnlichen Förderinstrument als Staaten mit Atomkraftwerken. Bis zum Jahr 2030 erwartet selbst die „atomfreundliche" Internationale Energieagentur (IEA) eine Verminderung des Anteils von Atomenergie an der gesamten (wachsenden) Stromproduktion von 15 auf 10 Prozent.

63. Eine Laufzeitverlängerung zementiert das Oligopol der großen Energiekonzerne. Ein Abbau ihrer marktbeherrschenden Stellung auf dem Strommarkt würde erschwert. Stadtwerke können sich den Bau großer Kraftwerke nicht leisten. Neue dezentrale kleine Kraftwerke und Erneuerbare Energien fördern dagegen den Wettbewerb. Eine dezentrale Stromversorgung mit breiter Eigentumsstreuung (Stadtwerke, Privatbetriebe etc.) fördert den Mittelstand und stärkt die Kommunen.

64. Durch Laufzeitverlängerungen würde die Investitions- und Innovationsdynamik der letzten Jahre bei der Entwicklung export- und zukunftsfähiger Technologien gebremst.

65. Außerhalb Deutschlands produzieren nur fünf AKW vom einzigen deutschen Reaktorbauer Siemens Strom. Der aktuelle Bau des Atomkraftwerks in Finnland ist der erste Auftrag für Siemens seit 1982. Dieser bringt dem Konzern mindestens 500 Millionen Euro Verluste und führte bereits zu einer Wertminderung der Aktien.

66. In der Atomindustrie sind nach Betreiberangaben direkt und indirekt 38.000 Menschen beschäftigt (Tendenz fallend), im Wirtschaftsbereich Erneuerbare Energien dagegen im Jahr 2007 bereits 250.000. Die Roland Berger Unternehmensberatung erwartet, dass die Zahl im Jahr 2020 auf etwa 400.000 bis 500.000 Menschen steigt.

67. Die Investitionskosten für einen neuen Atomreaktor (derzeit mindestens 4- 5 Milliarden Euro) sind so hoch, dass Atomkraftwerke erst nach sehr langer Laufzeit rentabel werden.

68. Der Bau von Atomkraftwerken treibt ärmere Länder noch tiefer in die Schuldenfalle und bindet Kapital, das in Erneuerbaren Energien besser angelegt wäre. In Argentinien wird z. B. seit 1981 am Atomkraftwerk Atucha 2 gebaut. Bisher hat es keinen Strom produziert, aber zur hohen Verschuldung des Landes beigetragen.

69. Im Jahr 2000 ist ein Vertrag zwischen der Bundesregierung und den Energiekonzernen, die Atomkraftwerke betreiben, über den Ausstieg aus der Atomenergie geschlossen worden. Seriöse Vertragspartner halten sich an Verträge!

70. Der Ausstiegsvertrag war schon ein Kompromiss, d. h. beide Seiten mussten von ihren Maximalforderungen abrücken. Man schließt keinen Kompromiss, um kurz darauf wieder seine alten Forderungen zu stellen. Dies ist unseriös und lässt auf mangelnde Vertrauenswürdigkeit schließen.

Quelle: SPD- Fraktion, März 2009

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    aktuelles 15.05.2018.

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    aktuelles 18.04.2018.

    Software nach Maß aus Schöppingen Schöppingen/Kreis Borken. Nicht nur die Digitalisierung der Arbeitswelt, sondern auch die Digitalisierung an Schulen stellt uns vor große Herausforderungen. Digitale Technologien bieten aber nicht nur neue pädagogische Chancen und Ansatzmöglichkeiten, um Schulunterricht wirksamer zu gestalten, zu bereichern, individualisierte Lernprozesse zu[…]

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