Ohne Barrieren zum Einkauf, schnelle Hilfe per Knopfdruck - und trotzdem in der eigenen Wohnung. Über zwölf Mini-Appartements für Menschen mit geistigen Behinderungen verfügt das Haus an der Uhlandstraße in Gronau. Es ermöglicht den Mietern mit einem neuen, inklusiven Konzept und viel moderner Technik ein anderes Leben als in einer stationären Einrichtung. Die SPD-Fraktion im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat sich das besondere Projekt genauer angeschaut.

Gronau. Die Ausbauarbeiten der zwölf Mini-Appartements an der Uhlandstraße liegen in den letzten Zügen. Hier sollen Menschen mit geistigen Behinderungen in ihrem eigenen Zuhause mit eigenem Wohnungsschlüssel leben können. Insgesamt über eine Million Euro Förderdarlehen steuerte das Land NRW zum Bau der Wohnungen bei, die seit 2017 dort gebaut werden. Damit hier Menschen mit Behinderung zur Sozialmiete einziehen können, musste der LWL zusätzlich noch einmal rd. 190.000 € Fördermittel aufbringen.

 Ein Appartement für eine Person hat etwa 42 Quadratmeter Fläche. Die Wohnungstüren sollen sich mit Hilfe einer elektronischen Schließung öffnen, ein Lüftungsgerät sorgt ständig für frische Luft, der Aufzug fasst Rollstühle, die Bäder sind streng barrierefrei und im Erdgeschoss zusätzlich noch rollstuhlgerecht. Kochnischen gibt es in den Wohnungen natürlich auch, doch ein Gemeinschaftsraum im Haus soll einen Ort zur Begegnung bieten, um z.B. auch gemeinsame Mahlzeiten zuzubereiten und zusammen einzunehmen.

Zur technischen Assistenz erläutert Matthias Gundler, Prokurist der Westfälisch-lippischen Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH (WLV), einer Tochter des LWL: "Wir möchten Barrieren im Wohnbereich beseitigen durch ein technisches Unterstützungssystem, das auf den individuellen Hilfebedarf der zukünftigen Mieterin oder des zukünftigen Mieters zugeschnitten ist." Dass Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf in ihren eigenen vier Wänden leben und in ihrer Nachbarschaft eingebunden sind, ist neu. "Wir unterstützen besondere Projekte wie dieses gerne, denn sie stehen für ein inklusives, selbstständiges Leben und für eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft", so SPD-Fraktionsvorsitzender Holm Sternbacher. "Um so ein Projekt tragen zu können, braucht es aber viele verlässliche Partner", ergänzt Gundler.

SPD Kreis Borken

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Arndt-Brauer, MdB

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